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Eingabe der Verfahrensparameter

In REX/PSI Next Generation werden die Verfahrensparameter zentral über das Menü Simulation > Verfahrensparameter definiert. Diese Einstellungen sind entscheidend für die genaue Berechnung der Prozesse, da sie direkten Einfluss auf die Qualität der Simulation haben. Der folgende Abschnitt beschreibt die Eingabemöglichkeiten für die verfahrensrelevanten Parameter.

Aufbau des Dialogs

Der Dialog für die Verfahrensparameter ist in Reiter unterteilt, die jeweils unterschiedliche Kategorien von Eingabewerten enthalten:

Diese Unterteilung ermöglicht es dem Benutzer, notwendige Prozessparameter manuell zu steuern, während weniger kritische Werte automatisch von der Software ermittelt werden können, was die Benutzerfreundlichkeit erhöht.

Notwendige Eingaben

notwendige Eingaben in PSI

Die notwendigen Eingaben in PSI unterscheiden sich von den Eingaben in REX:

  • Die Vorgabe der Drehzahl und des Durchsatzes wird durch die Zykluszeitberechnung übernommen
  • Die Massetemperatur muss bei Dosierbeginn und Dosierende vorgegeben werden. Ist nur eine Temperatur bekannt, kann für beide Eingaben derselbe Wert verwendet werden.
  • Zusätzlich sind Einspritzvolumen/Dosierweg, Einspritzzeit und Einspritzgeschwindigkeit notwendige Vorgaben.

Berechnungsmodus: Umfangsgeschwindigkeit oder Durchsatz

Zunächst bietet der Dialog eine Auswahlmöglichkeit zwischen zwei Berechnungsmodi:

Hinweis: Bei den optionalen Parametern kann zusätzlich zur Umfangsgeschwindigkeit/Drehzahl ein Massedurchsatz vorgegeben werden.

Druck an der Schneckenspitze

Eine wesentliche Funktion des Dialogs betrifft die Druckeingabe an der Schneckenspitze, die je nach Prozessanforderungen auf verschiedene Weise gesteuert werden kann. Der Benutzer hat hierbei drei Auswahlmöglichkeiten:

Hinweis: Die Auswahl der Optionen Werkzeug und Werkzeugkennlinie ist ausschließlich in REX verfügbar.

Druck an der Trichtervorderkante

Zusätzlich zum Druck an der Schneckenspitze muss der Druck an der Trichtervorderkante vorgegeben werden. Dieser beträgt im Normalfall 1 bar und somit Umgebungsdruck. Es können allerdings auch höhere Drücke vorgegeben werden, dies ist insbesondere bei Schmelzeextrudern relevant. Der Druck an der Trichtervorderkante darf höher als der Druck an der Schneckenspitze sein.

Massetemperatur

Die Eingabe der Massetemperatur stellt die Schmelzetemperatur an der Schneckenspitze dar. Die Eingabe ist notwendig, sodass für die Durchsatzberechnung ein initiales Temperaturprofil vorliegt.
Die eingegebene Massetemperatur hat somit einen Einfluss auf die Durchsatzberechnung. Im Rahmen der Berechnungseinstellungen kann die Massetemperatur jedoch iteriert werden. In diesem Fall wird die Eingabe als erster Schätzwert benötigt, hat jedoch keinen Einfluss auf den berechneten Durchsatz.

Der Wert hat somit einen Einfluss auf die Durchsatzberechnung, aber nicht mittelbar auf die Temperaturberechnung. Die Temperatur an der Schneckenspitze wird in Abhängigkeit des berechneten Durchsatzes berechnet und entspricht nicht dem eingegebenen Wert.

Rohstoffeingangstemperatur

Die Rohstoffeingangstemperatur entspricht der Temperatur, mit welcher der Kunststoff dem Extruder/der Spritzgießmaschine zugeführt wird. Die Temperatur entspricht normalerweise der Raumtemperatur oder der Austrittstemperatur aus einem Granulattrockner.
Wird eine Temperatur oberhalb der Aufschmelztemperatur ($T_K/T_G$) eingegeben wird die Anlage als Schmelzeextruder betrachtet und es findet keine An- und Aufschmelzberechnung statt.

Optionale Eingaben

Die folgenden Eingaben sind optional. Sind die Felder leer, so werden alle Werte wie gewohnt berechnet. Sind Werte vorgegeben, so werden diese für die Berechnung verwendet.

Ort der Schmelzewirbelbildung

Der Ort der Schmelzewirbelbildung kann vorgegeben werden und wird auf den Beginn des nächsten Berechnungsintervalls nach dem vorgegebenen Ort gelegt. In diesem Fall startet die Aufschmelz- und Temperaturberechnung ab dem entsprechendem Intervall.

Disperses aufschmelzen ab

REX kann das Aufschmelzen auf konventionelle Weise (Maddok-Modell) berechnen oder mittels eines Modells des dispersen Aufschmelzens. Das disperse Aufschmelzen startet stets bei Scher- und Mischelementen sowie bei Wave-Zonen. Durch die hier ermöglichte optionale Eingabe kann der Wechsel vom konventionellen Aufschmelzmodell zum dispersen Aufschmelzmodell auf einen früheren Punkt gesetzt werden.

Starttemperatur

Als weiterer optionaler Eingabeparameter kann die Starttemperatur vorgegeben werden. Diese Temperatur entspricht der Temperatur des Schmelzewirbels am Ort der Schmelzewirbelbildung und entspricht der Temperatur, mit der die Temperaturberechnung startet.

Durchsatz (bei vorgegebener Drehzahl)

Wird eine Umfangsgeschwindigkeit bzw. eine Schneckendrehzahl vorgegeben, so kann hier optional zusätzlich ein Durchsatz vorgegeben werden. Hierdurch wird die Durchsatzberechnung übersprungen und der eingegebene Wert verwendet.

Kennlinienfeld

Durch den Button „Kennlinienfeld“ öffnet sich ein neues Fenster.

Hier kann die Kennlinienfeldberechnung aktiviert werden. Es werden 3 Drücke sowie 3 Drehzahlen eingegeben. Bei einer Prozessberechnung wird der Durchsatz für jede Kombination der Drücke und Drehzahlen (somit für 9 Betriebspunkte) berechnet, sodass der Einfluss von Drehzahl und Gegendruck in einem Diagramm dargestellt werden kann (s. Grafische Darstellung des Kennlinienfelds)

Zykluszeitberechnung (PSI)

Die Zykluszeitberechnung wird separat behandelt

Eingaben zur Berechnung der Schließzeit der Rückstromsperre

Die 3 Eingaben dienen lediglich zur Berechnung der Schließzeit der Ring-Rückstromsperre.

Der Nachdruck und die Nachdruckzeit sind nicht zwingend notwendig. Sie werden erst benötigt, wenn der Sperrring der Ring-Rückstromsperre nach der Einspritzphase und somit innerhalb der Nachdruckphase schließt. Dies stellt keinen sinnvollen Betriebspunkt dar.