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Durchsatz
Durchsatzberechnung
Wird der Durchsatz oder die Dosierzeit (optional) zusammen mit dem Dosiervolumen (notwendig) in den Verfahrensparametern vorgegeben, so erfolgt grundsätzlich keine Berechnung des Durchsatzes, sondern alle weiteren Berechnungen werden mit dem vorgegebenen Durchsatz durchgeführt.
Der folgende Inhalt beschreibt die schmelzedominierte Durchsatzberechnung. Wird eine Nutbuchse im Prozess verwendet, so bestimmt diese den Durchsatz (s. Berechnungseinstellungen und Nutbuchsenberechnung).
Die Berechnung der Feststoffförderung erfolgt gekoppelt mit der schmelzedominierten Durchsatzberechnung.
Voraussetzung für die schmelzedominierte Durchsatzberechnung sind:
- Eine definierte Schneckengeometrie, die mit einer Einzugszone, d.h. einer Zone mit konstanter Gangtiefe, beginnt. Dabei muss die Länge der Einzugszone mindestens gleich dem Dosierweg (nur PSI) sein.
- Ein definierter Zylinder, dessen Länge mit der Schneckenlänge identisch ist, oder aber maximal die zweifache Schneckenlänge lang ist.
- Die Glasübergangstemperatur $T_g$ bei amorphen oder die Kristallisationstemperatur $T_k$ bei teilkristallinen Thermoplasten.
- Des Weiteren sind die Dichte- oder Volumenfunktion für den Schmelzbereich einzugeben.
- Die Verfahrensparameter: (i) Drehzahl, (ii) Massetemperatur an der Schneckenspitze (REX) bei Dosierbeginn und Dosierende (PSI), (iii) Druck an der Schneckenspitze (REX) bzw. im Schneckenvorraum (PSI), (iv) Dosierweg (PSI). Ist nur eine der beiden Massetemperaturen (PSI) bekannt, so können beide Einträge mit demselben Wert belegt werden.
Es werden zwei schmelzedominierte Durchsatzmodelle unterschieden. Das Äquivalenzzonenmodell und das intervallweise Modell, welches mit REX 19.0 / PSI 17.0 ausgliefert werden wird.
Grundsätzlich werden vor der Durchsatzberechnung initiale Verläufe für die Temperatur und den Druck angenommen. Dies ist nötig um die Viskositäten für die Durchsatzberechnung berechnen zu können. Dies ist weiter auf der Seite Prozess iterieren beschrieben.
Für beide Modelle bilden Entgasungsschnecken einen Sonderfall. Bei diesen errechnet sich der Durchsatz lediglich auf der Basis der Geometrie der ersten Schneckenstufe (nur vor der Entgsaung), wobei der Gegendruck an der Entgasungsstelle entsprechend den physikalischen Gegebenheiten auf 1 bar gesetzt wird. Der Gegendruck an der Schneckenspitze hat somit keinen Einfluss auf den Massedurchsatz.
Das schmelzedominierte Äquivalenzzonenmodell
Zunächst wird die Bezugszone bestimmt, diese ist die Schneckenzone (kein Scher- oder Mischteil) mit der geringsten Kanaltiefe. Bei Entgasungsschnecken muss die Bezugszone VOR der ersten Entgasungszone liegen. Die Bezugszone wird verwendet um die dort vorliegende mittlere Schergeschwindigkeit zu bestimmen. Diese Schergeschwindigkeit dient dazu, die in der Bezugszone vorliegende Viskosität zu bestimmen. Zur Bestimmung der Viskosität wird die vorgegebene Massetemperatur am Ende der Schnecke verwendet.
Basierend auf der betrachteten Schneckengeometrie unter berücksichtigung des Temperaturverlaufs werden die Faktoren für die Durchsatzberechnung bestimmt. Die Durchsatzberechnung wird mit den von der Schneckengeometrie abhängigen Faktoren lediglich für die Geometrie der Bezugszone und dem anliegenden Differenzdruck durchgeführt. Im ersten Schritt wird die gesamte Druckdifferenz (vorgegebener Gegendruck abzüglich Trichterdruck) auf die gesamte Schnecke (ausgenommen Scher- und Mischteile) angenommen und somit ein erster Massedurchsatz bestimmt. Ausgehend von diesem Massedurchsatz wird der Druckverlust über alle Scher- und Mischteile sowie der Rückstromsperre (nur PSI) berechnet und von der Druckdifferenz abgezogen, sodass ein vereinfachter linearer Druckgradient über alle Einzugs-, (De-)Kompressions-, Metering- und Barrierezonen erhalten wird. Mit diesem Druckgradient wird in einem iterativen Prozess der Durchsatz berechnet, welcher wiederum den Druckverlust über die vorliegenden Scher- und Mischteile beeinflusst. Ebenfalls kann über die iterative Berechnung ein durchsatzabhängiger Gegendruck (siehe Eingabe eines Werkzeuges oder Eingabe einer Werkzeugkennlinie) berücksichtigt werden.
Das schmelzedominierte intervallweise Modell
Das schmelzedominierte intervallweise Durchsatzmodell benötigt keine Bezugszone.
Im Gegensatz zum Äquivalenzzonenmodell werden keine geometrieabhängigen Faktoren bestimmt, welche das Durchsatzverhalten der gesamten Schnecke zusammenfassen, sondern es wird stets die lokale Geometrie der Berechnungsintervalle verwendet. Ebenso werden die lokal vorliegenden Temperaturen, Drücke sowie der eventuell berechnete Abbaugrad des Kunststoffes in der intervallweisen Viskositätsberechnung berücksichtigt. Dies wird durch eine allgemeingültige Regressionsgleichung erreicht, welche bei gegebenen Durchsatz den Druckverlust in abhängigkeit der Schneckengeometrie und der Viskosität berechnet. Da in über die gesamte Schnecke der Durchsatz lokal identisch ist, wird ein Durchsatz vorgegeben und der Druckverlust über jedes Berechnungsintervall bestimmt und die Gesamtdruckdifferenz über die gesamte Schnecke bestimmt. Die berechnete Druckdifferenz zwischen Trichter und Schneckenspitze kann mit der Solldifferenz verglichen werden und der Durchsatz iterativ bestimmt werden, bei welcher sowohl der Druck an der Trichtervorderkante sowie an der Schneckenspitze den Solldrücken entspricht.