Verarbeitung von Mischungen

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Verarbeitung von Mischungen

Wenn Masterbatch oder Recyklat einem Basispolymer beigemischt werden, verändern sich je nach Mischungsverhältnis die rheologischen und thermischen Eigen-schaften des Materialgemisches. Um das Druck-Durchsatzverhalten solcher Materialmischungen auf Einschneckenextrudern beschreiben zu können, müssen theoretisch für jede Polymermischung die entsprechenden Materialparameter neu bestimmt werden. Diese Vorgehensweise ist sehr zeit- und kostenintensiv.

Es wird in REX und PSI ein Ansatz gewählt, wie man mit Kenntnis der Einzelmaterialeigenschaften und des Mischungsverhältnisses z.B. den Durchsatz oder das Aufschmelzverhalten einer Polymermischung ermitteln kann. Um ein Gemisch zu definieren, müssen zunächst die Materialdaten der beiden Einzelmaterialien A und B ausgewählt werden (siehe Kapitel Eingabe von Mischungen). Genauso ist die Angabe des Mischungsverhältnisses zwingend erforderlich. Das Mischungsverhältnis wird dabei durch die Masseanteile wA und wB der beiden Einzelmaterialien A und B am Gemisch angegeben. Optional können die rheologischen Kenngrößen des Gemisches angegebenen werden, falls diese durch Messungen bekannt sind. Alternativ ist auch eine angenäherte Berechnung der Viskosität des Gemisches aus den Viskositäten der Einzelmaterialien möglich, wobei mehrere Mischungsregeln implementiert sind, von denen eine auszuwählen ist. Schließlich können auch die tribologischen Daten des Gemisches angegeben werden. Da diese Daten nur ungenau aus den tribologischen Daten der Einzelmaterialien bestimmt werden können, ist eine Angabe der Daten erforderlich.

Die rheologischen und auch thermodynamischen Kenngrößen von Zweistoffsystemen (z.B. Feststoff- und Aufschmelzenthalpien von Polymermischungen) können i. a. nicht ausreichend genau über eine lineare Mittelung der Daten der Ausgangskomponenten bestimmt werden. Für die Simulation bedeutet dies, dass für zu simulierende Prozesse zuvor sämtliche Materialdaten für die Polymermischungen bestimmt werden sollten. Damit verbunden ist ein großer Aufwand an Messungen noch vor dem eigentlichen Simulationsdurchgang. Stehen aber nur die Materialdaten der Einzelkomponenten zur Verfügung, werden bei den Berechnungen mit REX/PSI die Materialdaten von Mischungen aus den Materialdaten der Einzelkomponenten berechnet.

Der Berechnungsablauf kann dem Grundlagen-Handbuch oder dem Pam-Benutzerhandbuch entnommen werden.

berechnungen/verarbeitung_von_mischungen.1718796928.txt.gz · Zuletzt geändert: 2024/06/19 13:35