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Wandgleitende Materialien
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Bei der Betrachtung von Strömungsvorgängen in Rheometern, aber auch in praktischen Bauteilen wie Düsen, Plastifiziereinheiten und zwischen Walzenspalten, wird üblicherweise von der Voraussetzung ausgegangen, dass die fließende Schmelze wandhaftend ist. Im Falle von Kunststoffschmelzen trifft dies erfahrungsgemäß für die Mehrzahl der Materialien zu. Es gibt jedoch einige Materialien, darunter auch ultrahochmolekulares Polyethylen hoher Dichte (HDPE) und das wirtschaftlich wichtige Polyvinylchlorid (PVC, häufig mit äußeren Gleitmitteln zur schonenderen Verarbeitung versehen), welche unter bestimmten Bedingungen wandgleitend sind. Um den Plastifizierprozess auch mit den Simulationsprogrammen REX und PSI berechnen zu können, wurde die Option Wandgleiten in die Software aufgenommen. Hierzu müssen unter den rheologischen Materialdaten kritische Schubspannungswerte angegeben werden, wie dies bereits in Abschnitt Rheologische Materialdaten erläutert wurde. Durch Anwählen des Menüpunktes Wandgleiten berücksichtigt REX/PSI, dass oberhalb der kritischen Wandschubspannung Wandgleiten auftritt. Dazu werden die Schubspannungen an der Zylinderwand und am Schneckengrund ausgewertet und auf einen Wert, der maximal gleich der kritischen Wandschubspannung ist, begrenzt.
$$τ_ {WH,S} > τ_{krit} ⇒ τ_S = τ_{krit}$$
Diese Begrenzung hat Auswirkungen auf das Strömungsprofil im Schneckenkanal und verkleinert den örtlichen Druckgradienten. Dadurch sinkt das Druckaufbauvermögen, aber auch der Druckverbrauch von überfahrenen Schneckenzonen.
Platzhalter Abb. 9.36: Druckverlauf mit und ohne Wandgleiten
Ergänzung k_mat folgt